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Gerade noch bei Steffen Henssler, jetzt schon in Mikas Kranhaus

Seit einem halben Jahr weht ein neuer Wind in den repräsentativen historischen Gemäuern des „Kranhauses“. Der Franzose Michael Drouin, von allen nur „Mika“ genannt, führt als Pächter die lange gastronomische Tradition des Restaurants fort, allerdings mit eigenen, neuen Akzenten. „Wir bieten unseren Gästen eine hervorragende internationale Küche mit marktfrischen Produkten.“, so Michael Drouin. „ Fusionsküche heißt: nimm das Premiumprodukt eines beliebigen Landes und kombiniere es überraschend und anders zum Beispiel mit einem deutschen Klassiker“, erklärt er. Gerichte wie Kabeljau mit Wasabi, Kartoffelpüree, Shitakepilzen und grünem Spargel sind das Ergebnis und überzeugen durch ihren Geschmack. Die Karte des Kranhauses ist klein und exquisit. Fisch, Fleisch, Vorspeisen und Desserts stehen zur Auswahl. Hinzu kommen die täglich wechselnden „Empfehlungen des Hauses“; verschiedene Menüs, die die Frische und Qualität der verwendeten Produkte widerspiegeln. Unbedingt probieren sollten die Gäste, so der Chef, die mallorquinische Brotkiste mit Tomaten, Olivenöl, Knoblauch, Meersalz und Aioli, eine Vorspeise, die sie direkt an Mallorcas Strände versetzen wird.

Doch nicht nur die Gerichte müssen überzeugen, auch der ausgezeichnete Service ist die Visitenkarte eines Hauses. So freut es Drouin umso mehr, seit Anfang des Monats mit dem 33jährigen Ben Levin einen Vollblutgastronomen im Team zu haben. Levin, der aus Havelberg stammt, arbeitet bereits seit 15 Jahren in der gehobenen Gastronomie; ein „Szene-Italiener“ und verschiedene Gourmetrestaurants in Hamburg zählen zu seinen beruflichen Stationen. Zuletzt sammelte er fünf Jahre lang viel Erfahrung als stellvertretender Restaurantleiter in Steffen Hensslers Sushi-Restaurant „ONO“. „Das war eine sehr glückliche Zeit, eine tolle berufliche Herausforderung“, sagt Ben Levin im Gespräch. „Aber nach der Geburt unseres Sohnes wurde bei meiner Frau und mir die Sehnsucht nach der Heimat – meine Frau stammt aus Bad Wilsnack – immer größer. Wir kauften hier ein Haus und fühlten uns sofort wieder aufgenommen, sind beeindruckt von der Hilfsbereitschaft.“ Auf der Suche nach einer neuen, beruflichen Herausforderung, der gehobenen Gastronomie wollte Levin treu bleiben, landeten die beiden jungen Eltern eines Abends inkognito im „Kranhaus“, ganz gespannt und voller Erwartungen. „Bereits bei der Vorspeise wusste meine Frau, dass mein Herz bereits angefangen hat, für das „Kranhaus“ zu brennen. Und als dann auch noch die Chemie zwischen dem Chef, Michael Drouin, und mir 100prozentig stimmte, war klar, hier werde ich arbeiten!“

Beide sind Gastronomen aus Leidenschaft, wollen ihren Gästen eine kulinarische Erlebnisreise bieten. „Wir holen sie gleich an der Tür ab, begleiten unsere Gäste den ganzen Abend und freuen uns, wenn sie unseren Empfehlungen folgen und sich auf dieses Erlebnis einlassen“, sind sich beide einig.

Und dass die beiden sympathischen jungen Männer ein gutes Team sind, merkt man sofort. Sie lachen viel miteinander, der eine beendet blind den Satz des anderen. Sie brennen für ihren Beruf.

Auf die Frage, ob sie die mallorquinischen Strände bzw. den Hamburger Großstadtrubel vermissen, schmunzeln der Franzose und der Havelberger. „Wir haben doch hier die Elbe, unsere Verbindung in die Welt.“

 Für das Gespräch bedankt sich Sabrina Borowsky